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SPD-Generalsekretär Klingbeil wirft Lieferdiensten Ausbeutung vor

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil erhebt schwere Vorwürfe gegen Unternehmen in der Lieferbranche. “Manche Mobilitäts- oder Lieferdienste beuten ihre Mitarbeiter massiv aus”, sagte er in einem Interview mit dem Karrierenetzwerk LinkedIn. Klingbeil kritisierte teilweise “enormen Zeitdruck” und fragwürdige Lohnmodelle. Dass dazu noch in einigen Unternehmen die Gründung von Betriebsräten verhindert werde, könne die Gesellschaft nicht hinnehmen.

“Nicht für jeden ist eine flexiblere Arbeitswelt ein Privileg. Es gibt auch diejenigen, die immer mehr Aufträge reingedrückt bekommen”, sagte Klingbeil mit Blick etwa auf Lieferfahrer. “Fortschritt ist etwas Großartiges. Aber es muss ein Fortschritt sein, der zu menschlichen Bedingungen stattfindet”, so Klingbeil weiter.

Klingbeil fordert Recht auf Weiterbildung

Klingbeil regte zudem an, Qualifizierung im Berufsleben viel stärker zu verankern. “Wir brauchen einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung.” Fort- und Weiterbildung dürfe nicht erst geschehen, wenn Menschen arbeitslos sind. “Qualifizierung gehört integral zum Berufsleben dazu”, so Klingbeil. “Weiterbildung darf nicht erst nach Feierabend stattfinden.”

Mit Blick auf Hartz IV sagte Klingbeil: “Mein Anspruch an einen Sozialstaat in Zeiten der Digitalisierung ist, dass wir Menschen so begleiten, dass sie gar nicht erst fallen, sondern dass sie sich vorher staatlich unterstützt fortbilden können.” Die SPD wolle den Menschen die Angst nehmen, nach einem Jobverlust binnen eines Jahres in Hartz IV zu rutschen. “Deshalb plädiere ich dafür, das Arbeitslosengeld deutlich länger als bisher zu zahlen, wenn sich jemand weiterqualifiziert”, so Klingbeil.

Klingbeil: Mit Home-Office ländliche Räume stärken

Der SPD-Generalsekretär forderte zudem, das Recht von Arbeitnehmern auf mobiles Arbeiten auszubauen. “Mobiles Arbeiten kann den ländlichen Raum stärken”, so Klingbeil. “Dafür müssen wir die Präsenzkultur in Deutschland überwinden. Sie ist nicht mehr zeitgemäß.” Mobiles Arbeiten biete Menschen enorme Chancen: Pendler verbrächten weniger Zeit im Stau, Familien könnten mehr Zeit miteinander verbringen, zudem sei Home-Office ein Beitrag zum Klimaschutz. Studien zufolge würden mindestens die Hälfte der Arbeitnehmer gerne mobil arbeiten, nur 16 Prozent würden es tatsächlich tun. “Das ist in viel mehr Jobs möglich, davon bin ich überzeugt”, so Klingbeil weiter.

Das komplette Interview ist unter https://www.linkedin.com/pulse/spd-generalsekret%C3%A4r-klingbeil-nicht-f%C3%BCr-jeden-ist-eine-jakob-schulz/ abrufbar.

Quelle: LinkedIn
(Foto: adam121/Fotolia)

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