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Travel Risk Map 2019

„Business Resilience Trends Watch 2019“ zeigt: Risiko-Management der Unternehmen hält nicht mit Anforderungen moderner Belegschaften Schritt

International SOS und Control Risks haben die Travel Risk Map 2019 veröffentlicht. Sie zeigt die neuesten Bewertungen der medizinischen und sicherheitsrelevanten Reiserisiken weltweit. Gleichzeitig mit der Travel Risk Map ergibt der „Business Resilience Trends Watch 2019“ von Ipsos MORI, dass eine signifikante Zahl von Entscheidungsträgern für das kommende Jahr mehr Reiserisiken erwartet. Allerdings sinkt diese Zahl seit drei Jahren:

  • 47 Prozent sagen, die Risiken seien im Laufe des vergangenen Jahres gestiegen – ein Rückgang um 16 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr (63 Prozent; Vorvorjahr: 72 Prozent).
  • 45 Prozent der Entscheidungsträger sagen, die Risiken seien über das vergangene Jahr (2018) hinweg gleich geblieben, eine Steigerung um 14 Prozentpunkte zum Vorjahr (31 Prozent; Vorvorjahr: 24 Prozent).
  • 43 Prozent der Entscheidungsträger erwarten für 2019 steigende Reiserisiken. Im Vorjahr lag ihr Anteil noch bei 52 Prozent, im Vorvorjahr bei 57 Prozent

 

Die Anforderungen heutiger Belegschaften sind eine Herausforderung für die Unternehmen

Die Anforderungen und Erwartungen von Mitarbeitern entwickeln sich stetig weiter, die Reiserichtlinien aber halten damit nicht Schritt, so die Studie:

  • Nur ein Drittel der Unternehmen (33 Prozent) decken Cyber-Sicherheit in ihrer Reiserichtlinie ab.  Nur gut ein Viertel (26 Prozent) gehen auf die Erfordernisse reisender Frauen ein.
  • 18 Prozent der Unternehmen decken in ihren Richtlinien Bleisure-Reisen ab (eine Kombination aus Geschäfts- und Freizeitreisen), 14 Prozent Sharing-Economy-Dienstleistungen.
  • Zehn Prozent der Reiserichtlinien gehen auf die Anforderungen von Reisenden mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen ein, elf Prozent auf Fragen der psychischen Gesundheit.
  • Lediglich neun Prozent der Reiserichtlinien enthalten eigene Vorgaben für LGBTQ-Reisende.

 

„Fast die Hälfte der Entscheidungsträger erwartet, dass die Reiserisiken im kommenden Jahr zunehmen“, sagt Martin Bauer, Regional Security Manager bei International SOS und Control Risks. „Unsere Studie zeigt jedoch, dass die sich fortentwickelnden Reisegewohnheiten moderner Belegschaften in den meisten Unternehmen nicht genügend Beachtung finden. Nur wer sicherstellt, dass die Richtlinien den Anforderungen entsprechen, sorgt für sicherere und besser informierte Mitarbeiter und demonstriert die unveränderte Relevanz flexibler Programme zum Risiko-Management.“

„Die Beurteilung der Gesundheit und der Sicherheit von Reisen muss den Einzelnen berücksichtigen“, so Dr. Stefan Eßer, Ärztlicher Leiter Zentraleuropa bei International SOS. „Es geht nicht nur um das Reiseziel. Das persönliche Profil des Reisenden, also Geschlecht, Alter, sexuelle Orientierung und psychischer Zustand, haben Einfluss darauf, welchen Risiken er ausgesetzt ist. Unternehmen, die sicherstellen, dass ihre Reiserichtlinien zu einer modernen Belegschaft passen, werden ihrer Fürsorgepflicht wie auch den Anforderungen der Nachhaltigkeit besser gerecht.“

 

Herausforderungen für den Schutz mobiler Belegschaften

Wie in den vorhergehenden Umfragen des „Business Resilience Trends Watch“ bleibt die größte Herausforderung die Schulung der Mitarbeiter zu Reiserisiken (63 Prozent). Mit einem Plus von zehn Prozentpunkten hat sie an Dringlichkeit gewonnen. Sie wird gefolgt von:

  • Bestätigungsprozesse, dass Mitarbeiter die Reiseinformationen vor der Reise gelesen haben (44 Prozent),
  • Lokalisierung der reisenden Mitarbeiter (42 Prozent),
  • Kommunikation mit Mitarbeitern während einer Krise (42 Prozent),
  • adäquate Ressourcen, um Gesundheits- und Sicherheitsaufgaben zu managen (40 Prozent).

 

Was Unternehmen zum Schutz ihrer mobilen Belegschaft tun

Die Reiserisikobewertung in den Genehmigungsprozess einzubinden war im vergangenen Jahr die gängigste Reaktion auf Gesundheits- und Sicherheitsbedenken (42 Prozent der Befragten). Die nächsthäufigen Antworten:

  • Reisesicherheitstrainings (39 Prozent), 
  • E-Mail-Benachrichtigungen vor und während einer Reise, um über die aktuelle Lage am Ort zu informieren (38 Prozent),
  • Aktualisierung der Reiserisiko-Richtlinie (ohne Themen hinsichtlich der Diversität der Belegschaft) (36 Prozent),
  • Überwachung und Analyse der Gesundheits- und Sicherheits-Vorfälle nach Typ und Häufigkeit (29 Prozent);
  • Implementierung von Programmen zur Lokalisierung der Reisenden (29 Prozent);
  • jährliche Gesundheitsuntersuchungen (28 Prozent).

 

„Ausbildung und Schulungen sind wichtig, um das Reiserisiko zu reduzieren“, so Dr. Stefan Eßer weiter. „Es überrascht uns, dass immer noch weniger als die Hälfte der Unternehmen diese grundlegenden Schritte unternimmt, um ihrer Fürsorgepflicht nachzukommen. Solche Programme erhöhen die Chancen, dass die Auslandsreisen und -entsendungen der Mitarbeiter ohne Zwischenfälle verlaufen. Ein reibungsloser Ablauf ohne medizinische Probleme ist auch im wirtschaftlichen Interesse eines Unternehmens.“

 

Was Unternehmen verbessern können

Abgesehen von Aspekten wie der psychischen Gesundheit und Diversität in Reiserichtlinien gibt es noch andere Dinge, die zur Zeit nur wenige Unternehmen implementieren:

  • Nur neun Prozent der Unternehmen binden ihr Reiserisikoprogramm in das unternehmensweite Nachhaltigkeitsprogramm ein.
  • Nur 11 Prozent beobachten die Zahl der Verkehrsunfälle.
  • Nur 21 Prozent haben ein Programm, dass Mitarbeiter unterwegs auf mögliche Gesundheitsprobleme durch bereits zuvor bestehende Krankheiten aufmerksam macht.

 

Die aktuelle (interaktive) Travel Risk Map finden Sie unter www.travelriskmap.com.

Travel Risk Map und Global Business Resilience Trends Watch von Ipsos MORI

Die Travel Risk Map 2019 gibt einen umfassenden Überblick über die medizinischen, Sicherheits- und Verkehrssicherheits-Risiken weltweit. Ziel ist es, Unternehmen und ihre mobilen Belegschaften bei der Senkung ihrer Reiserisiken zu unterstützen. Die Travel Risk Map 2019 wird gleichzeitig mit dem „Global Business Resilience Trends Watch“ veröffentlicht, einer Umfrage von Ipsos MORI unter 639 Entscheidungsträgern, die sich mit den Reiserisikorichtlinien in ihrem Unternehmen befassen. Sie arbeiten in allen Arten von Unternehmen, die bereits Kontakt mit International SOS zu Gesundheit und Sicherheit auf Geschäftsreisen hatten. Die Umfragen fanden im Oktober 2018 statt.

Zur Methode der Travel Risk Map

  • Die medizinischen Risikobewertungen wurden vom International SOS Medical Information and Analysis Team nach Überprüfung verschiedener gesundheitlicher Faktoren und Möglichkeiten zu ihrer Milderung ermittelt. Dazu zählen unter anderem Infektionskrankheiten, Umweltfaktoren, Informationen zu medizinischen Evakuierungen, der Standard der lokal verfügbaren medizinischen und zahnärztlichen Notfallversorgung, Zugang zu zuverlässiger Arzneimittelversorgung und kulturelle, sprachliche oder administrative Hürden. Individuelle, länderspezifische medizinische Risikobewertungen wurden über einen firmeneigenen Algorithmus anhand von 24 Indikatoren unter Einbezug öffentlicher Datenquellen und dem Expertenwissen der Regionalen Ärztlichen Leiter von International SOS ermittelt.
  • Die Risikobewertung im Bereich Reisesicherheit wurden von International SOS und Control Risks entwickelt und basieren auf aktuellen Bedrohungen für Reisende und Expatriates aufgrund einer Reihe von Faktoren, einschließlich politischer Gewalt (z. B. Terrorismus, Aufstände, politisch motivierte Unruhen und Krieg), sozialer Unruhen (einschließlich konfessioneller, kommunaler und ethnischer Gewalt) sowie Klein- und Gewaltkriminalität. Die Zuverlässigkeit der Verkehrsinfrastruktur, Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen; die Effektivität der Sicherheits- und Rettungsdienste und die Anfälligkeit des Landes für Naturkatastrophen wurden ebenfalls berücksichtigt, sofern diese Einfluss auf das Risikoumfeld von Reisenden haben können.

 

Quelle: International SOS und Control Risks
(Foto: Gina Sanders/Fotolia)