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Natur, Nachhaltigkeit, Vernetzung: Diese Trends prägen die Büroimmobilien der Zukunft

Die Arbeitswelt befindet sich in einem rasanten Wandel: Obwohl weit mehr als 30 Prozent aller Erwerbstätigen aktuell in Büros arbeiten, ist die klassische Arbeit hinter fest verorteten Schreibtischen ein Auslaufmodell. Weil die Tätigkeiten zunehmend kreativer, digitaler und teamorientierter werden, denken immer mehr Unternehmen den Arbeitsplatz der Zukunft neu. Sie gestalten ihn wandelbar und smart, damit das Büro die veränderten Bedürfnisse erfüllen kann. Ob Foodtruck, Urban Gardening, Fitness und Dachgarten – von kalifornischen Vorbildern aus dem Silicon Valley inspiriert sehnen sich nicht nur Mitarbeiter in Großstädten nach zukunftsorientierten Arbeitsumgebungen. 

Warum wir Natur am Arbeitsplatz brauchen

Arbeitsumgebung und Atmosphäre des Arbeitsplatzes sind noch vor finanziellen Anreizen das wichtigste Argument, wenn es um die Attraktivität eines Unternehmens geht. Dieser Ansicht sind 83 Prozent der Bewerber laut einer aktuellen Studie. Arbeitgeber setzen deshalb viel daran, Mitarbeiter durch weiche Faktoren und New Work-Konzepte an die Firma zu binden. Neben Innovationen wie Thinktanks, Fitnessangeboten und Chill-out-Zonen bedarf es immer mehr eines natürlicheren und nachhaltigeren Umfeldes. Amazon beispielsweise eröffnete Anfang des Jahres vor dem Hauptquartier in Seattle riesige Glaskuppeln, in denen Angestellte umgeben von mehr als 40.000 Pflanzen besser denken und arbeiten können. Das grüne Büro ist mehr als nur ein Trend: Das Konzept ist durchaus sinnvoll, denn arbeiten umgeben von Pflanzen ist gesund, fördert die Kreativität und macht glücklicher. Studien zeigen, dass nach nur vier Tagen Aufenthalt in der Natur eine 50 prozentige Steigerung der Kreativität zu beobachten ist.

Pflanzen als Katalysator für kognitive Prozesse

Die Digitalisierung bringt eine ständige Vernetztheit mit sich, bis 2020 soll es zehn vernetzte Geräte pro Kopf geben. „Natur am Arbeitsplatz kann eine Chance sein, den ständigen Druck der Digitalisierung nach Wachstum und Geschwindigkeit auszugleichen. Um einen Ausgleich zu schaffen, setzen wir auf mehr Verbundenheit zur Natur, denn Pflanzen und die Farbe Grün am Arbeitsplatz sind nachweislich beruhigend, vermitteln Ausgleich und sind Quell für Kreativität und Regeneration. Ebenso fördert der Kontakt zur Natur kognitive Prozesse“, sagt Christina Bäppler, Mitinitiator von „The Plant“, die die Idee der grünen Büroimmobilie mit der Immobilienmarke „The Plant“ umsetzt. 

Weniger eigener Schreibtisch, mehr Gemeinschaftsfläche

Der Wertewandel der Gesellschaft, der Wunsch nach Selbstverwirklichung und die Digitalisierung erfordern eine Arbeitsatmosphäre, die es ermöglicht, Arbeits- und Privatleben zu vereinen. Bäppler: „Arbeitnehmer wollen keine nichtssagende und anonyme Arbeitsumgebung. Ihr Wohlbefinden lässt sich steigern, indem die Mitarbeiter nach einem Meeting gemeinsam im Park Yoga machen können und auf dem Weg nach Hause Tomaten aus dem Gemeinschaftsgarten ernten. So entsteht ein gesellschaftlicher Mehrwert.“ Doch anstatt die beiden Lebensbereiche nur miteinander zu arrangieren, setzen immer mehr Unternehmen auf einen fließenden Übergang zwischen Job und Privatem am Arbeitsplatz. „Unter New Work versteht man immer öfter nicht grenzenlose Produktivitätssteigerung, sondern eine Chance, den sich verändernden Bedürfnissen der Mitarbeiter entgegenzukommen: Im Zentrum stehen Selbstständigkeit, Freiheit und Teilhabe an der Gemeinschaft“, erklärt Carsten Thiel von Union Investment. Zu beobachten ist der Trend zur Arbeitsstätte als sozialer Knotenpunkt und dem Büro als Open-Space. Der eigene Arbeitsplatz wird immer kleiner und der Gemeinschaftsbereich immer größer. Im Lauf des vergangenen Jahres sind weltweit über 3.600 neue Co-Working Spaces entstanden. Das entspricht knapp zehn neuen kreativen Netzwerk-Oasen am Tag. „Ratsam ist es, bei innovativen Bürokonzepten auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Flächen für konzentriertes sowie kommunikatives Arbeiten zu achten. Büros müssen es schaffen, zugleich Arbeitsplatz, Dialogfläche und Erholungsort zu sein“, ergänzt Thiel. Neu gedachte Bürowelten erfordern somit sowohl Kollaborationsflächen für kreativen Wissensaustausch, als auch Rückzugsorte für konzentriertes Arbeiten.

Generationen Y und Z wollen flexiblere Modelle und Vertrauen

Dass Unternehmen Büros anpassen müssen, hängt mit den Bedürfnissen der neuen Generation Y und Z zusammen. Die Hälfte der Angestellten sind heute schon Digital Natives. Sie wollen flexibel mit Aufgaben umgehen, in Teams arbeiten, über den Tellerrand hinausblicken sowie Leben und Karriere vereinbaren. Deshalb fordern sie Freiräume für offenen Austausch und Vertrauen. Es entwickelt sich eine Arbeitsweise, die geprägt ist von weniger zeitlichen und örtlichen Grenzen. Grundannahme: In einem angenehmen Büroumfeld, an dem wir viele Stunden unseres Lebens verbringen, wird gerne und effizient gearbeitet.

Quelle: The Plant
(Foto: adam121/Fotolia)