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Vier Tage pro Woche sind genug

Berliner Firma kürzt Arbeitszeit

Nur vier Tage arbeiten und dafür das gleiche Gehalt beziehen - kann das funktionieren? Das Berliner Unternehmen Erento hat die Viertagewoche ausprobiert und war hoch zufrieden. Es stellte sich heraus: Wer weniger arbeitet, leistet mehr.

Weg zur Arbeit dauert im Schnitt 44 Minuten

Jeder zweite Beschäftigte in Deutschland klagt über seine Arbeitszeiten. Die Angestellten werden immer gestresster und schaffen es kaum noch, ihren Alltag inklusive Familie und Terminen in der Freizeit unter einen Hut zu bekommen. Diese Dauerbelastung schlägt sich langfristig auch in gesundheitlichen Problemen der Deutschen nieder. Hinzu kommen lange Arbeitswege. Statistisch gesehen benötigt jeder Deutsche 44 Minuten für den Weg zum Job und wieder zurück. Hochgerechnet sind das zwei Urlaubswochen pro Jahr.

Erento hat die kürzere Arbeitswoche gewagt

Die Diskrepanz zwischen langen Arbeitszeiten und Produktivität blieb auch bei Erento nicht unbemerkt. Warum also nicht auch im Bereich Arbeitszeit neue Wege gehen? Inspiriert von Jason Frieds und David Heinemeier Hanssons Buch "Rework“ wagte die Chefetage von Erento im Sommer 2018 das Experiment: Bei gleichem Gehalt hatten im Juli alle Angestellten nur noch eine Viertagewoche zu absolvieren.

Zufriedenheit und Produktivität sind stark gestiegen

Das Ergebnis überzeugte. Im Sales-Team wurde die gleiche Anzahl an Vertragsabschlüssen verzeichnet und das, obwohl der Juli als eher schwacher Monat gilt. Im CSM-Team, der Einheit, die zuständig für die Betreuung der Vermieter auf den Plattformen von Erento ist, wies die Neukundenbetreuung einen Zuwachs von fünf Prozent auf 92 Prozent auf. Die Story-Punkte im Development Team, mit denen die Komplexität einer Aufgabe ermittelt wird, erreichten während der Viertagewoche den Wert 1,85 statt 1,66 je Mitarbeiter und Tag, was eine nachhaltige Steigerung bedeutet. "Die Belegschaft war um einiges fokussierter. Auch die Balance zwischen Beruf und Privatleben konnte deutlich besser organisiert werden", hat Luka Dremelj, der CEO von Erento beobachtet.

Schon jetzt flexible Arbeitszeiten

Ob Erento dauerhaft auf die Viertagewoche umsteigen will, ist noch nicht final entschieden. Allerdings haben alle Mitarbeiter die Gelegenheit, ihre Arbeitszeit flexibel und ihren Lebensumständen entsprechend zu gestalten. Remote Work, Home-Office ist ebenso möglich wie ein späteres Erscheinen im Büro oder ein angepasster Feierabend. Das sind die besten Voraussetzungen für den Schritt in die komplette Viertagewoche. "Mit der richtigen Einstellung klappt die Umstellung. Wir haben schließlich gesehen, dass die Mitarbeiter deutlich produktiver waren", ist Dremelj überzeugt.

Quelle: Erento
(Foto: L_kasto/Fotalia)

 

Mehr zum Thema New Work und der 4-Tage-Woche können Sie auch in der nächsten Ausgabe der HR Performance lesen, die am 30. Oktober 2018 erscheint.

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