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Unternehmen müssen den Menschen im Mitarbeiter erkennen

Recruiting-Studie: Erst sechs von zehn Personalern bewerten Persönlichkeit am wichtigsten

Charaktereigenschaften wertschätzen, Karrierebrüche einordnen und auf individuelle und private Bedürfnisse eingehen: Auch wenn Persönlichkeit das neue Gold ist, haben viele Unternehmen dies noch nicht verinnerlicht. Aus der aktuellen Studie „Recruiting 2018 – Wunsch und Wirklichkeit“ des Unternehmens Suite&Co geht hervor, dass nur sechs von zehn Personalern (57 Prozent) die Persönlichkeit eines Bewerbers als wichtigstes Kriterium beim Auswahlverfahren einstufen. Fachwissen und soziale Kompetenzen (Hard und Soft Skills) folgen auf Platz 2 und 3, während der Lebenslauf als letztes Kriterium aufgelistet wird. „Die Zeiten, in denen Karrierehungrige mindestens drei Jahre bei einem Arbeitgeber bleiben, nur damit es sich im Lebenslauf gut liest, sind vorbei. Solange Unternehmen diesen Wandel im Denken nicht endlich auf das Thema Mitarbeiterbindung übertragen, bleibt der Fachkräftemangel in Deutschland hausgemacht“, sagt Lisa Mellinghoff, Mitgründerin von Suite&Co.

Was beim Auswahlverfahren eine Herausforderung darstellt, bietet sich für gute Mitarbeiterbindung an. Denn: Wenn Unternehmen Zeit ins Kennenlernen des Kandidaten investieren und dessen Persönlichkeit richtig einschätzen, können sie das Werben um ihn entsprechend gestalten. Potenzielle Kandidaten bevorzugen Unternehmen, die ihnen eine berufliche Herausforderung und einen persönlichen Hafen ermöglichen“, ergänzt Mellinghoff. Ihr Unternehmen Suite&Co unterstützt Firmen dabei, Fachkräfte nachhaltig zu binden, indem sie für das private Glück sorgen und ein Paket rund um das eigene Zuhause als attraktiven Unternehmensbonus offerieren.

Die Herausforderung liegt im Zeitaufwand des Bewerbungsprozess: „HR-Abteilungen lassen sich gerne täuschen. Es ist nicht lukrativ, weniger Zeit zu investieren“, sagt Viktor Gilz, Geschäftsführer von Suite&Co. „Ganz im Gegenteil, es muss mehr Zeit investiert werden. Algorithmen finden Mitarbeiter – aber sie zu binden, ist eine andere Sache. Die Zeit, die durch Digitalisierung vieler Vorgänge frei wird, muss für das Individuelle und Persönliche im Menschen aufgebracht werden, ansonsten ist Recruiting ein vorübergehendes ‚Löcher stopfen‘ ohne langfristige Wirkung für die Unternehmen.“

Für Unternehmen bedeutet das, dass sie ihre HR- Strategien anpassen müssen. Es wird in Zukunft darum gehen, den Menschen als Ganzes zu sehen. Nicht nur als Arbeitskraft. Erst eine Minderheit hat erkannt, dass die Förderung auf persönlicher Ebene die Möglichkeit zu dauerhafter Bindung ist. Lisa Mellinghoff: „HR-Abteilungen müssen verstehen, dass nach dem Finden der wichtigste Teil erst beginnt: die Prozesse und zukünftige Arbeit müssen so individuell wie die Kandidaten selbst mit deren Leben verknüpft und so angenehm wie möglich gemacht werden. Lebensläufe sind eine perfekte Grundlage für diese Gestaltung. Sie bieten viel Insider-Information – gerade wenn sie krumm und individuell sind.“

 

Über die Studie

Im Rahmen der Studie wurde ein mehrstufiges Verfahren durchgeführt. Zunächst hat das Unternehmen in München im Dezember 2017 gemeinsam mit Personalern, HR-Experten, Headhuntern sowie Fachkräften eine Diskussionsrunde zum Thema Recruitment 2018 veranstaltet. Basierend auf dieser leitfadengeführten Gruppendiskussion wurden zwölf zentrale Thesen herausgearbeitet. Die Thesen wurden im Februar 2018 in einer umfangreichen Feldarbeit gemeinsam mit dem Panelanbieter respondi quantitativ geprüft. Um ein möglichst hinreichendes Bild zu zeichnen, wurden zwei Panels gewählt und befragt. In einer Entscheiderumfrage wurden 51 Personaler, Headhunter und Recruiter um Meinung gebeten. Zusätzlich wurden in einer breit angelegten Befragung Einstellungen und Daten von 873 Fachkräften erhoben.

Quelle: Suite&Co 
(Foto: Style-Photography/Fotalia)

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