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Kreatives zum Thema Bildung - Augenhöhecamp #Bildung in der Zentrale der Detecon

Wie nähert man sich einem Barcamp zum Thema Bildung? Zunächst einmal ganz klassisch. Die Sicherheit verbietet, dass man die Räume der Detecon ohne Autorisierung betreten kann, deshalb wird man zunächst am Empfang abgeholt. Aber schon nach dem Verlassen des Aufzugs bietet sich ein eher ungewohntes Bild. Viel Kunst an den Wänden. Alle Bilder im gleichen Format, sodass sie leicht umgehängt werden können, ohne die Wand streichen zu müssen. Neben klassischen Arbeitsplätzen gibt es Räume, deren Einrichtung überrascht. Alte Möbel, ungewöhnliche Farben, eingerichtet zusammen mit den Mitarbeitern. Sie dienen als kreative Arbeitsumgebung für Teams. Kunst und auch Teile der Möblierung werden immer wieder im Gebäude neu geordnet.

Wie können Unternehmen menschlich und ökonomisch erfolgreich sein?

Vieles ist in Bewegung und das zeigt sich auch im Raumkonzept. Die Detecon hat es zusammen mit der Kommunikationsagentur ORANGE COUNSIL, der Künstlergruppe „freeters“ und den eigenen Mitarbeitern entwickelt und ist vielfach dafür ausgezeichnet worden. Marc Wagner, der Partner, der all dies angestoßen hat, ist auch für Corporate Social Responsibility bei der Detecon verantwortlich. Und nun haben er und sein Team die Räume der Detecon am 22. 11.2017 für ein Barcamp zum Thema Bildung zur Verfügung gestellt und die Veranstaltung auch organisiert. Veranstaltungspartner ist Augenhöheworks, das Team, das den Film Augenhöhe produziert hat, der sich mit der Frage auseinandersetzt, wie Unternehmen menschlich und ökonomisch erfolgreich sein können. Das neue Filmprojekt ist augenhöhe-macht-schule. Etwa 70 Teilnehmer sind eingeladen. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Organisationen: Schulen, Universitäten, Unternehmen, Behörden. Alle Altersgruppen jenseits des Teenageralters sind vertreten. Eine spannende Mischung also und ein anregender Ort.

Schon das Betreten des Veranstaltungsraums macht klar, dass es hier um Kreativität, Offenheit und Austausch geht. Ein großer offener Raum mit bunten Würfeln und Sitzsäcken als Sitzgelegenheiten, mit runden Stehtischen in einem anderen Bereich. Das übliche Material wie Pinnwände, Flipcharts, Karten und Stifte stehen im Raum verteilt zur Verfügung. Darüber hinaus sind Bücher zum Thema ausgelegt und Plakate wie „Mit Überraschungen ist zu rechnen“ stimmen auf eine innovative Veranstaltung ein. Es dreht sich alles um offene Kommunikation und kreativen Austausch. Beim Betreten des Raums sieht man einen Tisch mit Material, um sich ein Namensschild zu basteln. Das nimmt etwas Zeit in Anspruch und führt zwangsläufig dazu, dass man mit anderen Teilnehmern, die auch gerade basteln, ins Gespräch kommt. Austausch von der ersten Minute an.

Hogwarts und School of Rock

Es bleibt ein wenig Zeit, um den Raum zu erkunden. Es gibt Arbeitsecken und Arbeitsräume, die an den Plenarraum angrenzen. Sie haben Namen wie Hogwarts, Das fliegende Klassenzimmer, Schloss Einstein, School of Rock, Schulhof und Mensa. Dort wird also der eigentliche Austausch stattfinden. Aber zunächst muss definiert werden, an welchen Themen denn gearbeitet werden soll. Ein Barcamp ist völlig offen und überlässt die Themenwahl und die Bearbeitungsformen den anwesenden Personen. Eine Moderatorin stellt das Konzept kurz vor und lädt ein, sich in kleinen Gruppen von vier Personen gegenseitig vorzustellen. Zwei Durchgänge und man fühlt sich integriert und vertraut dem, was da kommen mag.

Wir haben fünf Minuten Zeit, Themen zu identifizieren. Jeder, der mag. Wenn jemand nur mitarbeiten, aber selbst kein Thema einbringen will, auch gut. Dann wird jedes Thema eine Minute lang vorgestellt, einem Raum und einem Zeitfenster zugeordnet. Auch das in Eigenregie. „Kannst Du Dein Thema nicht später anbieten? Zu dieser Zeit habe ich schon ein anderes interessantes Thema im Auge.“ Die Teilnehmer nehmen Einfluss auf die Planung. Beste Voraussetzung, damit es für jeden ein spannender Tag wird.

Die Themen decken weite Bereiche ab. „Anders lernen – Ask your team“, „Kompetenzen der Zukunft“, „Smarte Bildung“, „Instant Digitization“, „Struktur der Schule. Was läuft schief – und warum?“, „Lehrerausbildung und -entwicklung“, „Neue Schulen brauchen neues Denken“, „Bildung fängt nicht erst in der Schule an“, „Lernen in Organisationen“, „Working Out Loud“, „Social Technology in Teams“ und einfach „Glück“ zeigen die Breite des Angebots.

Nach der Vorstellung der Themen muss sich jeder entscheiden, wo er teilnehmen will. Insgesamt kann man über den Tag verteilt vier Themen bearbeiten. Die Wahl fällt schwer. Freudige Erwartung liegt in der Luft.

Ideen wechselten die Köpfe

Nach vier Durchgängen und lebhaften Diskussionen schwirrt der Kopf. Zusätzlich gibt es viele Gespräche in kleinen Gruppen, die nicht organisiert waren. Man trifft sich beim Mittagessen oder beim Kaffee und tauscht sich über die Gruppen aus. Ideen wechseln die Köpfe, Verbindungen zu anderen Teilnehmern werden hergestellt. „Den solltest Du sprechen, der arbeitet genau an dieser Frage.“

Schließlich werden die Ergebnisse der Gruppen im Plenum vorgestellt. Jede Gruppe hat fünf Minuten und manchmal fällt es schwer, die Zeit einzuhalten. Auch am Ende des Tages ist die Neugier noch groß. Die Energie, die von Beginn an im Raum war, ist noch da. Man könnte weitermachen. Aber wie alles ist auch ein Barcamp begrenzt.

Letzte Gespräche werden geführt. Es gibt ein Glas Wein und Snacks, um auch am Ende eine Umgebung zu schaffen, die zum Austausch einlädt. Viele nehmen das an und stehen noch lange in kleinen Gruppen um die Stehtische. Weitere Ideen und Kontaktdaten werden ausgetauscht.

Was bleibt am Ende des Tages?

Das Erlebnis, wie sich Gruppen thematisch selbst organisieren können und wie das zu überraschenden und kreativen Perspektiven führen kann. Die Themen wurden angerissen und nicht in der Tiefe bearbeitet. Es gab also Ideen, die manch einer weiterverfolgen will. Außerdem gab es Kontakte mit Gleichgesinnten. Begegnungen, die anregend waren und zu weiteren Treffen führen werden. Kleine neue Netzwerke sind angestoßen worden, die das Barcamp überdauern werden. Hier könnte Veränderung entstehen, die das, was im Barcamp noch kreative Idee war, Wirklichkeit werden lässt.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Detecon auch weiterhin bereit ist, solche Veranstaltungen zu unterstützen. Wie bei allem Neuen wird vieles Wunsch und Idee bleiben, anderes wird scheitern und manches könnte zu einem wichtigen Schritt in die Zukunft der Bildung werden. Dann hätte es sich allemal gelohnt.

 

Mehr Infos zu „Augenhöhe“:

Augenhöhe nutzt Crowdfunding, um den nächsten Film zu finanzieren. Noch wird Funding benötigt.
www.startnext.com/augenhoehe-macht-schule-film-dialog

Informationen zum ersten Film:

www.augenhoehe-film.de

www.augenhoehe-wege.de

www.augenhoehe-community.de

www.augenhoehe-works.de

Mehr zum Thema WOL lesen Sie im Beitrag von John Stepper, dem Erfinder von WOL, in der in Kürze erscheinenden HR Performance 6.

Autor: Klaus D. Wittkuhn, Managing Partner, train GmbH

(Foto: © Detecon International GmbH)